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Aktueller Themenschwerpunkt der Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention Nordrhein-Westfalen: "Seelische Gesundheit"

In der Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention in Nordrhein-Westfalen werden jeweils für einen Zeitraum von ca. drei Jahren bedarfsbezogene und an der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion orientierte Themenschwerpunkte gesetzt. Für die Jahre 2020 bis 2022 hat sich die Lenkungsgruppe der Landesinitiative auf das Schwerpunktthema "Seelische Gesundheit" verständigt.

Was bedeutet seelische Gesundheit?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert seelische Gesundheit als einen "Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann"[1]. Diese Definition macht deutlich, dass seelische Gesundheit eine wichtige Quelle von Humankapital und Wohlbefinden in der Gesellschaft darstellt. Bedeutsam ist es deshalb, nicht nur die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Blick zu nehmen, sondern ebenso die Förderung des seelischen Wohlbefindens aller Menschen zu unterstützen.[1]

Ähnlich wie die physische Gesundheit wird auch die seelische Gesundheit durch unterschiedliche Determinanten beeinflusst. Diese Determinanten lassen sich grob in drei Gruppen untergliedern: individuelle Merkmale, soziale Verhältnisse und Umweltfaktoren (siehe Tabelle 1).

Beeinflussende Faktoren im Rahmen seelischer Gesundheit

Eine Tabelle mit Faktoren, die die seelische Gesundheit eines Menschen beeinflussen.
Tabelle1: Determinanten seelischer Gesundheit, Quelle: Eigene Darstellung, angelehnt an WHO, 2019.

Die Determinanten zeigen auf, dass Lebenswelten und deren innewohnende Strukturen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen einnehmen. Im Lebenswelt-Ansatz der WHO (auch Setting-Ansatz genannt) werden verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung miteinander kombiniert und so das Wissen und Verhalten einzelner Menschen geschult (Verhaltensprävention) sowie ihre zentralen Lebenswelten, beispielsweise die Kita, die Schule, der Betrieb oder das Quartier, gesundheitsförderlich umgestaltet (Verhältnisprävention). Von besonderer Bedeutung hierbei ist es, die lebensweltangehörigen und -verantwortlichen Menschen aktiv an dem Prozess der gesundheitsförderlichen (Um-)Gestaltung teilhaben und mitbestimmen zu lassen. Gesundheitsförderung und die Prävention psychischer Erkrankungen im Sinne des Lebenswelt-Ansatzes können demnach an allen drei genannten Determinanten ansetzen.

[1] Weltgesundheitsorganisation (WHO) (Hrsg.): Psychische Gesundheit- Faktenblatt. 2019, S. 1.