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Schwerpunktthemen

Seelische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität und soziale Teilhabe. Kindern und Jugendlichen ein seelisch gesundes Aufwachsen zu ermöglichen ist bedeutsam, da viele psychische Störungen bereits im Kindes- und Jugendalter entstehen und bis ins Erwachsenenleben bestehen bleiben können. Neben der individuellen Belastung wirken sich psychische Störungen auch auf Personen des Umfelds aus und führen zu gesellschaftlichen Folgekosten.

Die Daten der zweiten Folgeerhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2) belegen, dass 16,9 % der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten aufweisen. Die Prävalenz liegt bei Jungen mit 19,1 % höher als bei Mädchen mit 14,5 %; dies trifft insbesondere für die Altersgruppen von 3 bis 14 Jahren zu. Mit zunehmendem Alter gleichen sich die Häufigkeiten zwischen den Geschlechtern an, so dass im Alter von 15 bis 17 Jahren ähnlich häufig psychische Auffälligkeiten festgestellt werden. Signifikant öfter von psychischen Auffälligkeiten sind Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem sozio-ökonomischen Status betroffen.[1] 

Die Fragilität der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich während der COVID-19-Pandemie gezeigt: Die COPSY (Corona und Psyche)-Studie zeigt, dass sich 71 % der befragten Kinder und Jugendlichen durch die Corona-Pandemie belastet fühlen. Eine verminderte Lebensqualität und ein geringeres psychisches Wohlbefinden geben zwei Drittel von ihnen an. Vor Corona war dies nur bei einem Drittel der Kinder und Jugendlichen der Fall gewesen. Betroffen sind auch hier vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien. In der Studie wurden 11- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche sowie Eltern von 7- bis 17-Jährigen befragt.[2]

Die AG Aufwachsen hat sich für ihre Arbeit in den Jahren 2020-2022 und zur Förderung des seelisch gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen drei thematische Schwerpunkte gesetzt: Resilienz, gesunde Mediennutzung sowie Kinder psychisch und suchtkranker Eltern. Im Folgenden erhalten Sie weiterführende Informationen zu den drei Themenbereichen.

Die AG Aufwachsen orientiert sich in ihrer Bearbeitung der Schwerpunktthemen am Public Health Action Cycle (PHAC): Im Jahr 2020 startet die AG-Arbeit mit einer Bestandsaufnahme von bestehenden Angeboten in Nordrhein-Westfalen sowie von Bedarfen - unter Partizipation wesentlicher fachlich-wissenschaftlicher Akteure sowie der Zielgruppe(n). Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werden Zielimpulse und Handlungsempfehlungen formuliert, so dass ab dem Jahr 2021 mit der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen begonnen wird.

Warum ist Resilienz für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von Bedeutung? Wie ist die Ausgangslage zur Förderung der Resilienz von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen? Welche Bedarfe sehen die Akteure im Themenbereich?
Warum weisen Kinder psychisch und suchtkranker Eltern eine besondere Gefährdungslage auf? Welche Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung der Kinder gibt es in Nordrhein-Westfalen? Worin liegt die Herausforderung?
Welche Bedeutung hat eine gesunde Mediennutzung für ein seelisch gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen? Welche Programme und Maßnahmen gibt es in Nordrhein-Westfalen, die eine gesunde Mediennutzung fördern? Welche Bedarfe sehen die Akteure im Themenbereich?

[1] Klipker K., Baumgarten F., Göbel K., et al.: Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Journal of Health Monitoring. 3 (2018), Nr. 3, S. 37-45.
 
[2] Universitätklinikum Hamburg-Eppendorf: Psychische Gesundheit von Kindern hat sich während der Corona-Pandemie verschlechtert. Pressemitteilung vom 10.07.2020.